Elsenborn: von damals bis heute

Elsenborn wurde zum ersten Mal 1352 mit dem Namen der Beatrix von Elsenborn erwähnt. Der Hof „Welschen“ gehörte zur Burg Bütgenbach und im Umfeld des Hofes wurden 18 Feuerstätten registriert. Die erste Kapelle wurde 1688 am Friedhof errichtet. 1850 wurde die neue Kirche durch Pfarrer Gehlen eingeweiht.

Das Dorf Elsenborn erlebte, wie viele andere auch, einen ständigen Wechsel der Obrigkeiten von der Römerzeit bis heute (Franken, Karolinger, Herzogtum Luxemburg, Österreicher, usw.). Die Neuzeit um 1700 brachte durch die vielen Kriege, Leid und Armut. Mit den Franzosen unter Napoleon brach eine neue Ära an.

Bei der verheerenden Viehseuche Mitte des 18. Jahrhunderts gingen 500 Stück Vieh verloren. Die heilige Brigitta (Irland) wurde angefleht und zur zweiten Schutzpatronin erkoren. Heute findet noch im Februar eine Feier, das Brigitta-Fest, zu ihrer Ehre statt.

Was die Ortschaft besonders geprägt hat, ist der Bau einer neuen Straße von Bütgenbach nach Kalterherberg. Die Preußen haben von 1815 bis 1920 gewaltige Neuheiten in unser Dorf gebracht. Das Schulwesen und besonders die Forstwirtschaft (Anpflanzung von Fichten) wurden modernisiert.

 

Truppenübungsplatz

Eine große Wende brachte das Anlegen des Truppenübungsplatzes im Jahr 1893/94. Durch das geschickte Verhandeln mit der preußischen Heeresverwaltung erhielten die Bauern gute Entschädigungen für ihre Ländereien. Es wurden 2.350.000 Reichsmark für die Ankäufe veranschlagt. Die Idee, den Platz bis an der Lager- und Wirtzfelder Straße auszudehnen, fiel den budgetären Zwängen zum Opfer. So blieb unser Dorf in seiner jetzigen Form erhalten.

Durch den Aufbau des Lagers wurden sehr viele Arbeitsplätze geschaffen. Auch die Gemeinde erhielt neue Mittel und so konnte 1902 die Wasserleitung und 1912 die Stromleitung angelegt werden. Elsenborn war Vorreiter in der ganzen Eifel.

Die alte Schule aus dem Jahr 1828 musste ständig erweitert werden und konnte vor Ort nicht mehr ausgedehnt werden. Daher wurde 1914 das jetzige Schulgebäude errichtet. Auch diese wurde zu klein und im Jahr 1925 entstand die „Mädchenschule“, welche heute das Vereinshaus beherbergt.

 

Nationalitätenwechsel und neue Ära

Nach dem ersten Weltkrieg gab es für die Elsenborner einen Identitätswechsel. Zuerst standen die Ostkantone unter der Militärverwaltung von General Baltia. 1920 wurde die belgische Verwaltung eingeführt und Elsenborn erhielt den Status einer eigenständigen Gemeinde.

Der zweite Weltkrieg brachte für die zirka 800 Einwohner viel Leid. Mit 61 gefallenen Soldaten verloren auch 12 Zivilisten ihr Leben. Mit dem darauf folgenden kalten Krieg hatte der Truppenübungsplatz eine strategische Bedeutung. Soldaten aus aller Herren Länder kamen zu Manövern nach Elsenborn. Sogar eine Raketenstation ist auf Roderhöhe errichtet worden. Heute stehen dort friedlichere Zeugen: die Windräder. König Balduin besuchte das Dorf mehrmals und sogar der Schah von Persien hat den Weg nach Elsenborn gefunden.

Mit der Gemeindefusion im Jahre 1977 ging das beträchtliche Elsenborner Vermögen (Wälder) in die Fusionsgemeinde über.

 

Einige markante Punkte der Elsenborner Geschichte ab dem 2. Weltkrieg:

  • 1952 der erste Traktor im Dorf
  • 1953 Bau des Wasserturms
  • 1954 Aufstockung der Mädchenschule und Bau des Gemeindehauses
  • 1959 Bau der Turnhalle
  • 1979 Bau des Sports- und Kulturzentrums Herzebösch
  • 1986 Umzug der Schule in das jetzige Gebäude
  • 1992 Eröffnung des Vereinshauses
  • 1999 Anbau Schule
  • 2009 Neugestaltung des Kirchplatzes
  • 2012 Bau einer Wasseraufbereitungsanlage an der Kupferstraße
  • 2013 Kunstwerk: Wasserspiel „Keisselen-Krohnen“

 

Hermann Langer